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Sie werden Kärnten im Holzsarg verlassen

Voraussichtlich am 12. Dezember werden Dirk Stermann und Christoph Grissemann in Klagenfurt auftreten. Voraussichtlich deshalb, weil BZÖ-Politiker, vom Interims-Landeshauptmann Gerhard Dörfler abwärts alle Interventionshebel in Bewegung setzen, um die Kaberettshow der beiden nicht BZÖ-affinen Lästermäuler zu verhindern. Wie man hört, wird auf die Leitung der Universität (hier sollen S&G spielen) massiv Druck ausgeübt, auch mit Subventionsentzug soll gedroht worden sein.

Voraussichtlich deshalb, weil gegen die beiden Komiker mittlerweile zahlreiche Morddrohungen eingegangen sind („Sie werden Kärnten in einem Holzsarg verlassen“).

Voraussichtlich deshalb, weil zumindest ein Psychopath bereits ernst machen wollte: Auf den Klagenfurter Veranstalter der Show wurden vergangene Woche ein Anschlag verübt. Artikel für die Kleine Zeitung.

Anschlag auf Kabarett-Veranstalter

An Ingo Krassnitzers Auto wurden Radmuttern gelockert. Der Eventmanager organisiert den Kärnten-Auftritt von Stermann & Grissemann.

WOLFGANG RÖSSLER

Mittwoch, 29. Oktober: Spät nachts fährt Ingo Krassnitzer von Wolfsberg nach Klagenfurt. Sein Auto beginnt zu schlittern, immer mehr. Schließlich bleibt der Eventmanager stehen und kontrolliert die Räder. Keine Sekunde zu früh: Jemand hatte die Radmuttern gelockert, vier von fünf greifen nicht mehr.

Krassnitzer organisiert den geplanten Klagenfurt-Auftritt von Dirk Stermann und Christoph Grissemann. Jenes Komiker-Duo, das im Rahmen des spätabendlichen ORF-Satire-Formats „Willkommen Österreich“ die Reaktionen hoher BZÖ-Politiker nach dem Unfalltod Jörg Haiders aufs Korn genommen hat. „Es gibt keinen endgültigen Beweis dafür, dass die Aktion mit den Radmuttern in Zusammenhang mit dem Auftritt steht“, sagt Krassnitzer. Doch eine andere Erklärung findet er nicht. „Ich habe keine persönlichen Feinde.“ Die Sabotage an seinem Fahrzeug wurde der Polizei gemeldet und ist damit aktenkundig.

Tatsache ist auch, dass es in den vergangenen Wochen zahlreiche Drohungen gegen Stermann und Grissemann gab, wie ihr Betreuer von der Agentur Hoanzl, Udo Leitner, bestätigt. Die beiden werden Kärnten im Heck eines Kombis, in einem Holzsarg verlassen, hieß es beispielsweise.

An eine Absage des Auftritts am 12. Dezember ist – ungeachtet hartnäckiger BZÖ-Interventionen – nicht gedacht. „Die Fans haben ein Recht darauf“, sagt Leitner. Die umstrittenen Passagen sind kein Teil des regulären Programms.

Ein Auftritt wie jeder andere wird der Klagenfurt-Besuch für das Satiriker-Duo sicher nicht. „Wenn sich die Situation nicht beruhigt, wird es für Stermann und Grissemann Personenschutz geben“, so Leitner. Grimmige Anrufer haben angekündigt, ihn einen „unvergesslichen Abend“ bereiten zu wollen.

Was auch immer damit gemeint sein soll.

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