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Petzners Fehler

In Österreich, Kärntner Landespolitik, Kleine Zeitung on Februar 24, 2009 by carnica

Stefan Petzner hat einen schweren Fehler begangen, der sein letzter als BZÖ-Politiker sein könnte – auch wenn sein Missgriff oberflächlich betrachtet harmlos anmutet: Er hat sich offenbar gegenüber dem New Yorker Hochglanz-Magazin „Details“ abfällig über die Witwe seines Lebensmenschen, Claudia Haider, geäußert. Ausgerechnet über jene Frau, die von seinen Parteifreunden mittlerweile wie eine Landesheilige verehrt wird.

Despite Petzner’s fears, he dismisses the Fascist faithful’s need to chase each new conspiracy theory, and responds to Claudia Haider’s request for new blood tests with cold, knowing disdain. „That is a story for old ladies,“ he says, „not for me.“

Auf einen kurzen Artikel in der Kleinen Zeitung (siehe unten) mit der Erwähnung dieses Zitats folgten postwendend nicht weniger als drei eilige Presseaussendungen mit Petzners Dementi, sowie zwei Anwaltsbriefe.

Zu einem Bericht des us-amerikanischen Magazins „Detail“, aus welchem heute die „Kleine Zeitung“ zitiert, stellt Stefan Petzner mit aller Deutlichkeit klar, dass er trotz mehrmaliger Anfragen ein Interview für“ Detail“ sowohl schriftlich, telefonisch als auch persönlich jenem us-amerikanischem Journalisten gegenüber abgelehnt habe. Dies kann von mehreren Personen bezeugt werden. Entsprechend zitierte Aussagen von ihm, Petzner, in „Detail“ seien daher völlig unrichtig, unwahr und frei erfunden und werden mit aller Entschiedenheit zurück gewiesen.

Er stellt nicht nur die Zitate in Abrede. Nein, er behauptet auch, niemals ein Interview mit Kevin Gray, dem Autor des Details-Artikels geführt zu haben. Für letzteres gibt es allerdings Zeugen, die bereit wären auch vor Gericht zu bestätigen, dass sie während des Interviews zugegen waren. Bei ersterem steht Aussage gegen Aussage. Eine zugegebenermaßen nicht repräsentativen Studie im Bekanntenkreis des Autors dieser Zeilen ergibt allerdings, dass 100 Prozent der Befragten den Angaben eines renommierten Journalisten (der unter anderem für das New York Times Magazin schreibt) mehr Glauben schenken würden als denen Stefan Petzners.

Wie auch immer. Es entbehrt jedenfalls nicht einer gewissen Ironie, das der ehemalige Haider-Sprecher ausgerechnet über eine solche Lappalie stolpert. Dass er auf Plakaten eine „eine Endlösung der Ortstafelfrage“ versprach (und diese Diktion ausdrücklich mit seinen „guten Geschichtskenntnissen“ rechtfertigte), dass er Kärnten „einsprachig„, und „tschetschenenfrei“ machen wollte. Dass er eine politische Mitbewerberin auf Inseraten als „Quakente“ karikieren ließ, dass er den Präsidenten des Verfassungsgerichtshofs als „juristischen Dreck“ bezeichnete, dass er in Pressekonferenzen bewusst zweideutig mit den Worten „Lager“ und „konzentrieren“ jonglierte (es ging um die Saualm), dass er Güllekübel haltloser Anschuldigungen über Journalisten und andere Menschen, die ihm im Weg standen ausleerte: Für jede einzelne dieser Entgleisungen wäre ein Politiker in einem anderen zivilisierten Land auf der Stelle jeglicher öffentlicher Ämter enthoben worden.

Doch Petzner blieb – und musste wohl zwangsläufig zum Schluss gelangen, dass die Erlassung jeglicher Form der Verantwortung für sein Tun das  Amtsprivileg eines hochrangigen BZÖ-Politikers ist.

Im Anhang die beiden Artikel in der Kleinen Zeitung (bislang nicht online).

„Der Faschist, der mich liebte“

Kaum zu glauben, welches Interesse dem Verhältnis Stefan Petzners zu seinem „Lebensmenschen“ Jörg Haider jenseits des Atlantiks noch immer entgegengebracht wird. Zehn Tage lang recherchierte Kevin Gray, Edelfeder des einflussreichen New Yorker „Conde Nast“-Verlags, in Kärnten für ein mehrseitiges Petzner-Porträt, das nun im renommierten „Detail“-Magazin erschienen ist. Das Magazin hat eine Auflage von immerhin 500.000 Stück und gilt in den USA als das männliche Gegenstück zur „Vogue“.

Unter dem Titel „Der Faschist, der mich liebte“ seziert Gray die verflochtene Beziehung der beiden BZÖ-Politiker – wenn auch ohne wirklich neue „Erkenntnisse“ zu Tage zu fördern. Für Gesprächsstoff in den Reihen des BZÖ dürfte die Story dennoch sorgen: Auf die Frage, was er zu den von Witwe Claudia Haider in Auftrag gegebenen neuerlichen Blutalkohol-Tests beim Verstorbenen halte, wird Petzner mit den Worten zitiert: „Das ist nur etwas für alte Frauen.“

Fazit des Autors: Petzner habe für die Witwe Haider nur „kalte Verachtung“ übrig. W. KOFLER, W. RÖSSLER

Dementi und Bestätigung

Mit nicht weniger als drei Presseaussendungen und einem Anwaltsbrief dementiert Stefan Petzner einen Bericht des US-Magazins Detail. Wie berichtet, wurde Petzner in dem Artikel mit der Aussage zitiert, dass der von Claudia Haider in Auftrag gegebene Blutalkohol-Test bei ihrem verstorbenen Gatten „nur etwas für alte Frauen“ sei. Nicht nur das Zitat sei falsch, so Petzner. Er habe ein Interview mit Detail-Reporter Kevin Gray „trotz mehrmaliger Anfragen“ abgelehnt. Dafür gebe es Zeugen. Kevin Gray zeigt sich im Gespräch mit der Kleinen Zeitung amüsiert: „Das ist lustig“, sagt er. „Jedes einzelne Wort ist korrekt.“ Er habe im Rahmen einer CD-Präsentation insgesamt drei Mal mit Petzner gesprochen. „Beim dritten Mal hat er sich mit mir auf eine Bank abseits gesetzt, weil es dort ruhiger sei.“ WOLFGANG RÖSSLER

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Eine Antwort to “Petzners Fehler”

  1. […] Euro gekostet hat. BZÖ-Wahlkampfleiter Stefan Petzner, der sich auch sonst gerne und immer wieder um Kopf und Kragen redet, rückt angesichts der massiven Kritik der anderen Parteien und einer ob dieser Verschwendung […]

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