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Schwarz-Orange, Orange-Schwarz

In Uncategorized on September 25, 2008 by carnica

Der Kärntner ÖVP-Vorsitzende und Landesrat Josef Martinz will nichts falsch machen. Gerade sitzt er im Antenne-Kärnten-Studio und beantwortet Hörer-Fragen. Was die ÖVP Jörg Haider angeboten hat, damit sein oranges Bündnis der Halbierung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel nicht zugestimmt hat, will ein Anrufer wissen. Martinz windet sich ein wenig.

Die Sache mit der Mehrwertsteuer: Wochenlang hatte BZÖ-Mann Jörg Haider für eine Senkung getrommelt, die Verbilligung von Brot, Milch und Orangensaft war Kernforderung einer Unterschriftenaktion der Orangen. In der gestrigen Parlamentssitzung brachte die SPÖ einen entsprechenden Antrag ein, der zwar von FPÖ, nicht aber von Haider – pardon, der sitzt ja nicht im Parlament – nicht aber von seinen völlig unabhängig agierenden Parlamentariern unterstützt wurde. Abgelehnt.

Was die ÖVP Haider angeboten hat, damit das BZÖ gegen die Senkung der Mehrwertsteuer stimmt, wollte der Hörer also wissen. Martinz, sinngemäß: Haider sei von sich aus zur Vernunft gekommen, dass eine Halbierung der Steuer nicht vernünftig sei. Selten so gelacht.

Immer wieder ist in diesen Tagen von der Achse Wolfgang Schüssel – Jörg Haider die Rede. Wir erinnern uns: Blau-Schwarz, 2000 bis 2002. Schwarz-Blau, 2002 bis 2005. Schwarz-Orange (übrigens nie gewählt): 2005 bis 2006. Will die ÖVP als ab Sonntag wieder mit hoher Wahrscheinlichkeit zweitstärkste Partei im Parlament den Kanzler stellen, geht das nur mit der FPÖ – und mit Haider. Bloß, was kann die ÖVP Haider bieten?

In einem halben Jahr wird erneut gewählt, in Kärnten. SPÖ-Kandidat Reinhart Rohr will sich auch als Zweiter zum Landeshauptmann krönen lassen, und zwar mit Unterstützung der ÖVP. Angedacht ist sogar eine Teilzeit-Lösung: Zweieinhalb Jahre LH Rohr, zweieinhalb Jahre LH Martinz. Die roten Unterhändler schwirren schon aus in Richtung VP-Zentrale.

Wenn Haider Molterer zum Kanzler macht, werden die schwarzen Statthalter in Kärnten wohl standhaft bleiben und die sozialdemokratischen Kollegen abblitzen lassen. Weil dann muss Martinz als Morgengabe Martinz Haider erneut auf den Landeshauptmann-Sessel hieven. Ein paar Monate bleiben dem Agrar-Landesrat noch, die richtigen Ausreden zu finden, warum er dort nicht selbst Platz nehmen möchte.

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