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Kärnten Tevau

In Uncategorized on September 25, 2008 by carnica

kaernten.tv heißt ein aus Kärntner Steuergeldern tüchtig gefördertes Internetportal (genaue Summen werden nicht bekannt gegeben), das in Zeitungs-Inseraten mit hohem Orange-Farbanteil eifrig beworben wird: Als „Initiative von Landeshauptmann Dr. Jörg Haider“. Der Besucher/die Besucherin findet auf kaernten.tv regelmäßig aktualisierte Videobeiträge mit hoher Blasmusik- und BZÖ-Politiker-Dichte.

kaernten.tv ist bereits seit einigen Wochen online und damit eindeutig erfolgreicher als ein früheres, ebenfalls von öffentlichen Geldern unterstützes Internetprojekt, das freilich von kleingeistigen Kritikern wenig gewürdigt wurde: homebase.cc, eine Art Online-Kontaktbörse für Kärntner Unternehmen, basierend auf Open-Source-Technologie. In die jahrelange Entwicklungsarbeit dieses völlig neuartigen Projekts floßen nach Angaben seines Erfinders, Dietmar Schwarzenbacher, Millionen. Auf jeden Fall 800.000 Euro aus dem so genannten Zukunftsfonds, dessem Auszahlungs-Gremium zum Zeitpunkt der Förderung Dietmar Schwarzenbacher vorstand. Leider ging homebase.cc in Konkurs, ehe das ehrgeizige und sehr innovative Projekt, nach dem die Wirtschaft bereits dürstete, verwirklicht werden konnte.

Die Macher von kaernten.tv haben da mehr Glück. Es handelt sich um eine sehr innovative Kärtner Firma namens gm1.tv. Wie es der Zufall will, ist gm1.tv auch zuständig für die brandneue Website von Landeshauptmann und BZÖ-Spitzenkandidat Jörg Haider. Auf joerghaider.tv schwärmen Österreicherinnen und Österreicher von der „Charakterfestigkeit“ und Unbestechlichkeit des Besagten und darüber, dass er „sein Heimatland grandios führt“.

joerghaider.tv ist in Anlehnung an kaernten.tv gestaltet, wenn auch – um ehrlich zu sein – deutlich schöner, ausführlicher und aufwändiger.

Deutlich aufwändiger jedenfalls als siliconalps.tv, der Kärntner Technologie-Videoblog meines Freundes Georg Holzer. Georg hat für sein Projekt allerdings auch keine öffentlichen Förderungen bekommen. Dabei ist sein Anspruch geradezu öffentlich rechtlich: Er berichtet beispielsweise über eine Villacher Micromotive-Konferenz oder über die Urknall-Experimente im fernen Genf – bei denen ein junger Kärntner eine nicht unwichtige Rolle spielt. Bloß: Mit Blasmusik und BZÖ-Politikern kann Georg nicht aufwarten.

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