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Böse, böse Krone

In Uncategorized on September 25, 2008 by carnica

Die Österreichische Volkspartei beklagt sich bitter über mangelnde Unabhängigkeit und offenkundige Manipulation durch die Krone. Hintergrund: Dichands Kleinformat verweigert die Annahme eines ÖVP-Inserats. Dieses zeigte Leserbriefe an die Krone, die dort nicht abgedruckt wurden. Nicht (nur) weil sie aus dem schwarzen Eck kommen, sondern vielmehr, weil sie den europafeindlichen Kurs des Blattes und die Anbiederung an Werner Faymann kritisieren. Vorgebracht wurde die ÖVP-Kritik von Generalsekretär Hannes Missethon, bislang kein Vorkämpfer für Pressefreiheit und Qualitätsjournalismus.

Aber egal. Die Schwarzen haben natürlich Recht. Wie Cato Politik macht, ist unerträglich, war immer schon unerträglich. Schon als sein Blatt imfame Kampagnen zur politischen Vernichtung Heide Schmidts, Caspar Einems oder Erhard Buseks inszenierte. Als sie dem von Polizisten getöteten Asylwerber Marcus Omufuma menschenverachtenden Lug-Artikel ins offene Grab spie. Als Hausdicher Wolf Martin an Hitler-Geburtstagen widerwärtige Eulogien in den Wind schleimte. Als ein ÖVP-dominierter ORF-Stiftungsrat freundlich arrangierte, dass eine Krone-kritische TV-Doku aus dem Programm gekippt wurde, während nahezu zeitgleich ein Dichand-Jubel-Bericht zum 80er gesendet wurde. Und Onkel Hans dafür den dutzendfach rücktrittsreifen Finanzminister Karlheinz Grasser durch sämtliche Skandale trug.
Hat man von Schüssel, Molterer & Missethon je ein Wort des Tadels über diese Form von Journalismus gehört? Ich nicht.

Aber egal. Die ÖVP kann selbstredend klüger werden (die Wahrheit ist bekanntlich eine Tochter der Zeit). Ob es politisch klug ist, wenn die zweitgrößte Partei des Landes die geriatrischen Polit-Befindlichkeiten eines Zeitungs-Chefredakteurs durch derlei Frontal-Angriffe adelt, ist allerdings zu bezweifeln. Indem sie ihn derart ernst nimmt (Missethon: „Wenn Hans Dichand Kanzler werden will, dann soll er selbst bei der Wahl antreten und nicht Faymann vorschicken“) gibt sie dem alten Mann einen Stellenwert, den er nicht verdient hat und dem er nicht gerecht wird. Und das ÖVP-Wehklagen über Werner Faymann nützt in erster Linie Werner Faymanns Publizität. Schlag nach bei Jörg Haider. Josef Martinz kann ein Lied davon singen.

Im Übrigen bin auch ich der Meinung, der Mediamil-Komplex muss zerschlagen werden.

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